FAQ
Was ist integrative Lerntherapie?
Integrative Lerntherapie ist eine pädagogisch-psychologische Förderung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Lern- und Leistungsstörungen oder Lernschwächen. Die Vielfalt der Vorgehensweisen orientiert sich an den Lernvoraussetzungen, der Lebenslage und der Persönlichkeit des Klienten, seinen Bedürfnissen, Schwierigkeiten und Stärken sowie an den gesetzten Zielen. Da integrative Lerntherapie eine sehr individuelle Lehr- und Lernform ist, findet sie in Einzelförderung oder in Kleinstgruppen statt.
In der Lerntherapie stehen nicht die Defizite des Klienten im Vordergrund, sondern seine Kompetenzen und Stärken. Diese positive Sicht fördert die Motivation und das Vertrauen, Lern- und Leistungsschwierigkeiten überwinden zu können. Es werden genau die Methoden und Materialien ausgewählt, die dem Klienten entsprechen und seiner individuellen Förderung dienen.
Unterschiede zur Nachhilfe
Nachhilfe eignet sich für Schüler/innen mit Wissenslücken in einzelnen Fächern, hervorgerufen durch versäumten Unterricht, einen Wechsel in eine leistungsstärkere Klasse oder vorübergehende Schwierigkeiten. Lerntherapie ist eine außerschulische Förderung für Schüler/innen, die trotz größter Mühen gravierende Schwierigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen haben, weil das tiefer gehende Verständnis in diesen Bereichen noch fehlt. Lerntherapie schafft grundlegende inhaltliche und psychische Voraussetzungen für das Lernen. Sie hat einen ganzheitlichen Ansatz, der weit über den aktuellen Schulstoff hinausgeht und damit auch über das, was üblicherweise im Nachhilfeunterricht vermittelt wird. Nachhilfe arbeitet am Schulstoff, Lerntherapie individuell am Kind.
Wer zahlt die Lerntherapie?
Wenn ein Kind an einer chronischen Lernstörung leidet und eine seelische Behinderung droht oder bereits eingetreten ist, kann eine Lerntherapie über das Jugendamt finanziert werden. Ist die Kostenübernahme bewilligt, können die Eltern unter den vorhandenen Anbietern frei wählen. Sind die Voraussetzungen für eine Finanzierung nach §35a SGB VIII („Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche“) nicht erfüllt, ist die Lerntherapie von den Eltern privat zu finanzieren.
Wie lange dauert eine Lerntherapie?
Die Dauer einer Lerntherapie lässt sich im Vorfeld nicht seriös einschätzen, da jedes Kind andere Voraussetzungen und Bedürfnisse mit sich bringt. Vor allem beim Vorliegen einer spezifischen Herausforderung wie Legasthenie oder Dyskalkulie ist in der Regel eine längerfristige und kontinuierliche Begleitung notwendig. Hier geht es nicht nur um Wissensvermittlung, sondern um den Aufbau von tragfähigen Strategien, positiven Lernerfahrungen und Sicherheit.
